Females Founders Monitor: Warum gibt es weniger Gründerinnen?

Gründer/-innen in Deutschland haben im letzten Jahr mehr als vier Milliarden Euro an Risikokapital eingesammelt. Dies sind enorme Investitionen, und gerade deshalb lohnt sich ein genauerer Blick. Der neue Female Founders Monitor (FFM) 2018, der von unserem Partner Bundesverband Deutsche Startups vorgestellt wurde, rückt erstmals weibliche Entrepreneure in den Mittelpunkt und resümiert: Es tut sich was, genug Verbesserungspotenzial bleibt dennoch. In immerhin 28% der untersuchten Start-ups sind Frauen Teil des Gründungsteams. Jedoch sind insgesamt nur 14,6% aller Gründer/-innen in Deutschland Frauen.

 

Frauen gründen erfolgreich

Eine wichtige Erkenntnis zu Beginn: Frauen gründen erfolgreiche Start-ups, die auch langfristig Marktpotenzial beweisen. Dabei sind sie vor allem gewinnorientiert, während männliche Gründerteams Wachstumspotenzial anstreben.

 

Strukturelle Probleme bei der Start-up Finanzierung

Unterschiede gibt es in der Art der Finanzierung. Frauen streben eine größere Unabhängigkeit von externen Finanzierungsquellen an. Sie investieren mehr Eigenkapital, während Gründer sich öfters über business angelsund venture capital finanzieren. Dieser Unterschied deutet allerdings auch auf strukturelle Probleme hin. Denn Frauen wird insgesamt weniger Kapital an die Hand gegeben. Ein Grund hierfür könnte die überwiegend männliche Zusammensetzung der Geldgebergremien sein. Die Finanzierung von Gründerinnen wird auch in Zukunft ein entscheidender Faktor für das Wachstum der deutschen Start-up-Landschaft sein. Hier sieht der FFM noch Verbesserungspotenzial.

 

Mehr Selbstvertrauen!

In manchen Aspekten können sich Gründerinnen noch mehr zutrauen. Männer schätzen ihre Marktchancen und Marktdynamik generell optimistischer ein als Gründerinnenteams. Dieser Unterschied besteht auch bei der Einschätzung darüber, wie innovativ die eigene Technologie ist. Zudem, falls das erste Geschäftsmodell gescheitert ist, entscheiden sich weniger Frauen dazu, erneut ein Start-up zu gründen.

 

Wie sieht die Gründerinnenszene im Cleantech-Bereich aus?

Frauen gründen öfters in den Bereichen E-Commerce, Bildung und Beratungen, wohingegen Männer in den Bereichen IT, Software und industrielle Technologien klar überrepräsentiert sind. Dies gilt auch für den Cleantech-Bereich. Der FFM zeigt, dass dieses ungleiche Geschlechterverhältnis strukturell bedingt ist. Deshalb gilt es nicht nur, junge Frauen früh für MINT-Fächer zu begeistern, sondern ihnen auch das Selbstvertrauen und die Unterstützung mitzugeben, eigenständig in diesen Bereichen Innovationen zu schaffen. Wer sich inspirieren lassen möchte, hier noch ein Buch-Tipp: The Female Founders Book sammelt inspirierende Geschichten und Tipps von erfolgreichen Unternehmerinnen.

 

Das Fazit: Frauen repräsentieren in der Gründer/-innenszene immer noch eine Minderheit. Die Aussichten können einen dennoch positiv stimmen. Der FFM legt den Grundstein für eine langfristige Beobachtung von Gründerinnen in Deutschland und wir hoffen, dass wir schon in den nächsten Jahren einen positiven Trend sehen können, speziell auch für weibliche Gründungen im Cleantech-Bereich.